Liposuktion

Lipödem Sprechstunde jeden Dienstag von 14-16 Uhr

Das Lipödem

Beim Lipödem handelt es sich um eine Vermehrung des Unterhaut-Fettgewebes an den Beinen , gelegentlich auch an den Armen. Der Körperstamm ist nie davon betroffen. Die Ursache ist unbekannt. Man vermutet eine genetisch bedingte Veränderung in dem Fettgewebe, da die Erkrankung häufiger unter blutsverwandten Frauen beobachtet wird. Auch ein Zusammenhang mit den weiblichen Geschlechtshormonen wird angenommen, da ausschließlich Frauen betroffen sind und erste Anzeichen des Lipödems mit der Pubertät auftreten. Auch kann es zu einer Verschlechterung bei Pilleneinnahme oder Schwangerschaft kommen.
Charakteristisch sind Fettpolster oberhalb der Gelenke, Hände und Füße sind dabei schlank und nicht betroffen.
Typisch sind Schmerzen, Druckschmerzhaftigkeit, Schweregefühl und Neigung zu Hämatomen (blauen Flecken).
Es besteht ein Mißverhältnis zwischen dem Körperstamm und den Beinen / Armen.
Manchmal kommt es zusätzlich zu einer Schwellung in den betroffenen Regionen , die betrifft häufig den Unterschenkel.

Diagnose

Die Diagnose wird durch den fachkundigen Arzt durch die körperliche Untersuchung gestellt. Wichtig ist dabei, das Lipödem von einem Lymphödem oder Übergewicht zu unterscheiden. Röntgen-, Ultraschall- oder andere Untersuchungsmethoden sind in der Regel nicht erforderlich. Ergänzend ist aber eine Ultraschall-Untersuchung der Venen sinnvoll, um eventuell bestehende Krampfadern zu erkennen.

Behandlung

Die Behandlung mittels Lymphdrainage und Kompressionsstrümpfen hilft nur gegen das Ödem, d.h. der gestaute Wasseranteil im Fettgewebe wird reduziert. Manchen Patientinnen hilft diese sogenannte komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE). Allerdings nur für eine kurze Zeit und nur solange, wie sie regelmäßig angewendet wird. Gegen das vermehrte krankhafte Fettgewebe hilft sie leider nicht. Auch durch Diäten, bewusste Ernährung oder sportliche Aktivität lässt es sich nicht reduzieren. Liegt zusätzlich zum Lipödem ein deutliches Übergewicht vor, so ist es sinnvoll, dieses zu reduzieren. Dadurch können auch die Beschwerden und insbesondere die Wassereinlagerungen reduziert werden.
Eine dauerhafte Verminderung des Lipödems ist nur durch eine Fettabsaugung (Liposuktion) möglich.
Fettabsaugungen werden seit etwa 30 Jahren durchgeführt. Durch Verbesserung der Technik können wir seit Jahren eine bewährte, sehr risikoarme Methode der Fettabsaugung anbieten.
Diese Methode ist allerdings nicht geeignet, allgemeine Fettleibigkeit oder Übergewicht zu behandeln.

Vor der Behandlung

32 Jahre

Lipödem Stadium I

Nach der Behandlung

Vor der Behandlung

60 Jahre

Lipödem Stadium III

Nach der Behandlung

Vor der Behandlung

41 Jahre

Lipödem Stadium I

Nach der Behandlung

Vor der Behandlung

55 Jahre

Lipödem Stadium II

Nach der Behandlung

Liposuktion beim Lipödem

Die Liposuktion mittels vibrierender Mikrokanülen in Tumeszenz-Lokalanästhesie hat sich allgemein als die gewebeschonendste Methode etabliert und wird auch bei uns angewendet. Sie wird in den aktuellen AWMF Leitlinien zur Therapie des Lipödems empfohlen.
Dabei werden Fettzellen mit einer speziellen nur 4 mm dünnen, vibrierenden Hohlnadel abgesaugt. Blutgefäße, Lymphgefäße und Nerven werden dabei nicht verletzt. Auch gelingt es so, die Körperform zu modellieren.
Obwohl die Fettabsaugung in Italien erfunden wurde und dann zunächst in Frankreich weiterentwickelt wurde, gelang der entscheidende Durchbruch erst durch eine Idee des amerikanischen Hautarztes J.Klein, der die Methode der Tumeszenz-Liposuktion erstmals 1987 beschrieb. Er führte die Operation nicht mehr in Vollnarkose durch, sondern in einer speziellen örtlichen Betäubung.

Der Begriff Tumeszenz leitet sich aus dem lateinischen „tumescere“ (= anschwellen ) ab.

Dr. Klein stellte eine Mischung aus Kochsalzlösung, normalem örtlichen Betäubungsmittel (Lokalanaesthesie), Bicarbonat und stark verdünntem Adrenalin her, die zur Minimierung des Blutungsrisikos und zur Aufweichung des Fettgewebes führen („nasse Methode der Absaugung“). Nach Betäubung der betreffenden Stellen wird die Tumeszenzlösung mit einer Nadel in die Fettpolster eingespritzt. Dieser Vorgang ist so gut wie schmerzfrei, wird jedoch als Druck im Gewebe wahrgenommen. Je nach Umfang der zu behandelnden Körperflächen werden maximal 6 Liter Flüssigkeit eingespritzt. Nach einer Einwirkzeit von 60 bis 90 Minuten ist
dann eine „Aufweichung“ und vollständige Betäubung des Gewebes erreicht.

Diese Form der Betäubung stellt seit 1987 die erfolgreiche Grundlage für Fettabsaugungen dar. Weltweit wurden Zehntausende dieser Operationen durchgeführt. Eine amerikanische Untersuchung über die Risiken der Methode hat 1995 die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Tumeszenz-Lokalanaesthesie bewiesen. Auf die Risiken wird im folgenden noch eingegangen. Neben den genannten Punkten bietet die Tumeszenz-Lokalanaesthesie einen weiteren großen Vorteil. Ein wacher Patient kann während der Operation leicht seine Körperlage verändern, was für den Operateur sehr hilfreich ist. Manche Körperkonturen werden überhaupt erst durch den Lagewechsel beurteilbar. Die Liposuction belastet den Patienten so wenig, dass es sogar möglich ist, während der Operation aufzustehen, um den Einfluss der Schwerkraft sichtbar zu machen. Auch diese wesentliche Verbesserung war früher in Vollnarkose nicht möglich. Dennoch ist sie auch problemlos in Vollnarkose möglich, dabei wird ebenfalls die Tumeszenzlösung verwendet.

Ideal geeignet sind herz- und kreislaufgesunde Patientinnen mit guter Hautelastizität. Eine Altersgrenze gibt es nicht, jedoch sind die Ergebnisse besser, je jünger die Patientin ist. Wenn ausgedehnte Körperregionen behandelt werden sollen, muss gegebenenfalls in mehreren Schritten vorgegangen werden. Näheres sollten Sie besser im persönlichen Gespräch klären.
Die Fettabsaugung wird in der Fachsprache als Liposuktion bezeichnet ( lipos- griechisch für Fett und sugere- lateinisch für saugen).
Die Hohlnadeln mit denen die Absaugung am besten gelingt, haben folgende Merkmale:

Zur Vermeidung von Verletzungen ist die Spitze geschlossen und stumpf. Am vorderen Ende sind seitlich 2 kleine runde Öffnungen mit stumpfem Rand angebracht, durch welche das Fett abgesaugt wird. Zusätzlich vibriert die Nadel (Vibrationsmethode), was Missempfindungen und Gewebsverletzungen nochmals reduziert. Endoskopisch ( durch Gewebespiegelung ) konnte sicher nachgewiesen werden, dass so der bindegewebige Halteapparat der Haut praktisch unverletzt bleibt. Gleiches gilt für die kleinen Blutgefäße, welche die Haut versorgen und für die Lymphgefäße. Der Chirurg kann schrittweise die gewünschte Schichtdicke des verbleibenden Fettes modellierend bestimmen. Es wird niemals die gesamte Fettschicht entfernt.
Früher kam es bei Anwendung der „trockenen“ Technik mit scharfen Saugnadeln zu teilweise erheblicher Blutergußbildung, zu Unregelmäßigkeiten der Hautoberfläche durch Verletzung des bindegewebigen Halteapparates der Haut , der Lymphgefäße mit der Folge von dauerhaften Lymphödemen und zur Verletzung von Hautnerven mit der Folge von Gefühlsstörungen an der Haut. Seit der Entdeckung von Dr. Klein treten solche Probleme nur äußerst selten auf.
Nach Eintritt der Betäubung werden an geeigneter Stelle 6 bis 10 Minischnitte von etwa 4 Millimeter Länge pro behandelter Körperregion gelegt, um die Saugkanüle einzufahren. Dadurch kann die Problemzone aus verschiedenen Richtungen fächerförmig bearbeitet und geformt werden. Im Gegensatz zu früher werden alle Schichten der Problemzone erfasst.
Bei der abgesaugten Flüssigkeit handelt es sich um eine Mischung aus Fettgewebe, Tumeszenzlösung und minimalen Blutbeimengungen. Weil die Tumeszenzlösung teilweise im Gewebe gelöst ist, kann sie durch die Operation nicht vollständig entfernt werden. Der verbleibende Rest fliesst in den Stunden nach dem Eingriff über die Miniwunden wieder ab. Die Dicke der verbliebenen Fettschicht läßt sich jederzeit einfach prüfen. Nach Erreichen der gewünschten Form erfolgt der Wundverschluß mit Spezialpflastern. Fäden brauchen deshalb nicht entfernt werden.

Prinzipiell ist fast jede Körperregion behandelbar. Das Lipödem tritt jedoch nur an den Beinen und Armen auf. Beide Regionen sind für eine Liposuktion gut geeignet.

Nach bisherigen Untersuchungen bessert die Liposuktion die Beschwerden deutlich. Eine Verminderung der Schmerzen und Hämatombildung konnte in einer Studie nachgewiesen werden.

Bei der „trockenen Technik“ der Absaugung kam es nicht selten zu Unregelmäßigkeiten der Hautoberfläche in Form von Dellenbildungen. Durch das ausschließliche Absaugen der tiefen Fettgewebsschichten konnte es auch zu einem Überhängen der verbliebenen Fettpolster im Stehen kommen.
Beide unerwünschten Folgen sind bei der „nassen Methode“ sehr selten. Neben der Änderung der Körperform tritt ein weiterer wesentlicher Effekt an der Haut selber ein:
Bei der Absaugung werden mit der stumpfen Nadel sehr viele kleine Tunnel aus verschiedenen Richtungen in allen Schichten
des Fettgewebe angelegt. Neben der absichtlich belassenen Restfettschicht besteht das Unterhautgewebe dann nur noch aus dem sehr wichtigen Gerüst der Haltefasern. Die Entfernung der Fettdepots lässt den bindegewebigen Halteapparat der Haut schrumpfen. Es kommt daher nicht zur Entstehung von schrumpeliger überflüssiger Haut sondern zu einer deutlichen Straffung der Haut in den Wochen und Monaten nach der Operation.
Die endgültigen Spannungs -verhältnisse der Haut sind aus biologischen Gründen erst nach etwa 12-18 Monaten erreicht. Obwohl die Liposuction meistens zu einer eindeutig verbesserten Figur führt, ist es nicht realistisch, die Traumfigur oder allgemeine Gewebekonsistenz eines Jugendlichen zu erwarten.
Wie sich die Haut letztendlich darstellt, kann im Vorfeld nicht sicher beurteilt werden, da es sehr verschiedene Hauttypen gibt, die unterschiedlich auf die Behandlung reagieren.

Die Entfernung der Fettzellen ist dauerhaft, jedoch kann nicht das gesamte, vom Lipödem betroffene Fettgewebe entfernt werden. Somit kann man nicht von einer Heilung der Erkrankung sprechen, sie wird aber in einen beschwerdefreien Zustand zurück versetzt. Gerade am Oberschenkel und Oberarm sollte eine gewisse Fettschicht verbleiben, die als Gleitgewebe dient. Alles andere wäre nicht natürlich und optisch unschön. D.h. die verbliebenen Lipödem-Zellen können weiterhin eine Zunahme des Fettgewebes bewirken.Jede Gewichtszunahme nach der Liposuktion führt auch zu einer Fettvermehrung am abgesaugten Körperteil, da ein Übergewicht sich am gesamten Körper proportional verteilt. Ein Wiederauftreten des Lipödems geschieht nach bisherigen Erfahrungen sehr sehr langsam, da deutlich weniger krankhaftes Fettgewebe vorhanden ist. Eine weitere Liposuktion kann in Einzelfällen erneut durchgeführt werden.

Jede Operation ist mit einem Risiko verbunden. Durch die beschriebene Verbesserung der Methode konnten die Risiken entscheidend gesenkt werden. Auch wenn die Komplikationsrate jetzt im Bereich 4:1000 oder niedriger liegt, wird es immer ein Restrisiko geben.

Mögliche Komplikationen

Schmerzen

Durch die lokale Betäubung ist der Eingriff selbst schmerzfrei oder schmerzarm. Sie hält etwa 6-8 Stunden an, danach können Schmerzen auftreten. Für die erste Nacht empfiehlt sich daher die Einnahme einer Benuron®-Schmerztablette (Wirkstoff Paracetamol). Am nächsten Tag benötigen die meisten Patienten keine Schmerzmittel mehr, die Beschwerden werden wie ein Muskelkater beschrieben und bessern sich Tag für Tag.

Schwellungen

Die behandelte Region kann in den Folgetagen anschwellen. Diese Schwellungen bilden sich aber folgenlos zurück. Wassereinlagerungen im Unterschenkel- und Knöchelbereich können nach Behandlung der Oberschenkel auftreten. Auch diese bilden sich vollständig zurück. Dies wird durch Kompression und manuelle Lymphdrainage (wird von Physiotherapeuten durchgeführt) behandelt.

Blutung

Der Blutverlust ist sehr gering. Manchmal kommt es zu einer Verdünnung des Blutes, da ein Teil der eingespritzten Betäubungsflüssigkeit auch vom Körper aufgenommen und dann ausgeschieden wird. In den ersten Tagen können Sie deswegen durchaus auch eine gewisse Müdigkeit verspüren.

Blutergüsse

Blaue Flecken treten häufig auf, sind aber harmlos und verschwinden nach spätestens 3-4 Wochen.

Infektion und Wundheilungsstörungen

Wundinfektionen und Wundheilungsstörungen können auch hier wie bei jedem anderen operativen Eingriff auftreten, sind aber äußerst selten. Vor allem deshalb, weil einer Wundinfektion mit der Gabe eines Antibiotikums (Cephazolin ) in die Vene vorgebeugt wird.

Unerwünschte Narbenbildung, Gewebeverhärtung, Dellen- oder Zystenbildung, Unregelmäßigkeiten im Hautrelief

Dies wären Komplikationen, die das kosmetische Ergebnis beeinträchtigen würden. Mit früheren Absaugmethoden traten sie
häufiger auf, bei der heutigen Technik jedoch selten, sind aber nicht hundertprozentig auszuschließen.

Pigmentverschiebungen der Haut

Sie stellen braune Flecken dar, die entstehen können, wenn die behandelte Region zu früh Sonnenstrahlen oder Solariumlicht ausgesetzt wird. Man sollte damit mindestens 4 Wochen warten bzw. bis alle blauen Flecken abgeheilt sind.

Nerven- oder Gefäßverletzungen

Sind sehr selten, da in der Fettschicht, die abgesaugt wird keine wichtigen Nerven oder Gefäße verlaufen.

Taubheitsgefühl oder Missempfindungen der Haut

treten in der behandelten Region häufig auf und sind die Folge einer Irritation von Hautnerven. Diese regenerieren sich aber wieder und das normale Empfinden kommt wieder. Manchmal kann es jedoch mehrere Monate dauern.

Fettembolie, Thrombose und Lungenembolie, Allergie

Für diese lebensbedrohlichen Komplikationen besteht bei einer Liposuktion in Tumeszenz-Lokalanästhesie kein höheres Risiko als bei anderen vergleichbaren Eingriffen auch. Eine Thromboseprophylaxe wird regelhaft durchgeführt.

Sie sollen sich durch die Aufzählung der Komplikationsmöglichkeiten nicht verunsichert fühlen. Sie kommen alle selten vor, es ist aber wichtig, darüber zu informieren.

Die Vorbereitung zur Operation

Bitte vergessen Sie nicht, uns mitzuteilen, welche Erkrankungen Sie haben. Die Beurteilung der Operationsfähigkeit werden wir bei Bedarf in Zusammenarbeit mit dem Arzt Ihrer Wahl treffen.

Aus Sicherheitsgründen muss eine Vorbereitungsuntersuchung durchgeführt werden. Es muss sichergestellt werden, dass Sie gesund sind und der Eingriff kein Risiko darstellt.

Drei bis vier Wochen vor der Operation gehen Sie bitte zu Ihrem Hausarzt und lassen ein EKG und eine Blutentnahme durchführen.

Es ist auch wichtig, dass Sie uns sagen, welche Medikamente Sie sonst einnehmen, weil die Nebenwirkungen möglicherweise von Bedeutung sind. Prinzipiell sollen Dauermedikamente auch am Operationstag eingenommen werden.
Bitte nehmen Sie eine Woche vor- und eine Woche nach der Operation kein Aspirin oder aspirinhaltige Medikamente ein. Aspirin bewirkt eine anhaltende Blutungsneigung ! Eine Blutverdünnung mit Marcumar oder ähnlichen Mitteln schließt selbstverständlich die Operation aus.
Je nach Umfang des Eingriffs können Sie nach 8 bis 10 Tagen wieder zur Arbeit gehen.

Die Vorbereitung zur Operation

Kommen Sie bitte nüchtern zur OP.
Bitte trinken Sie vor /und am Operationstag keinen Alkohol!
Nach dem Eintreffen wird als erstes eine Verweilkanüle gelegt, über die sie ein Antibiotikum (Cephazolin) erhalten. Ist eine Allergie dieses Antibiotikums bekannt, so sagen Sie uns das bitte im Vorfeld.Das Operationsfeld wird im Stehen fotographisch festgehalten und mit Zeichenstift markiert. Die Fotos werden immer nur anonym die behandelten Körperpartien zeigen. Sie sind zur Erfolgskontrolle nach der Abheilung unverzichtbar. Über eine Verweilkanüle kann im Bedarfsfall ein Beruhigungsmittel, Flüssigkeit oder andere Medikamente gegeben werden. Das Beruhigungsmittel hilft ihnen, die vielleicht für Sie ungewohnte Situation in einem Operationssaal angenehmer zu empfinden..
Nach der Hautdesinfektion werden viele kleine Hautstellen mit einer sehr feinen Nadel betäubt, an denen die Absaugung durchgeführt werden soll und an denen die Betäubungsflüssigkeit danach eingespritzt wird.
Das Anlegen der Tumeszenz-Betäubung dauert je nach Ausdehnung der behandelten Körperregionen 20-50 Minuten. Danach benötigen wir zur Vorbereitung des Gewebes eine Einwirkzeit von 60-90 Minuten.
Der Absaugungsvorgang ist schmerzfrei. Vielleicht empfinden Sie dabei das Gefühl von Berührung und Druck im Gewebe. Sollten sich wider Erwarten noch Schmerzen einstellen, machen Sie uns bitte darauf aufmerksam, damit wir Ihnen behilflich sein können.
Die Operationsdauer kann insgesamt 2 bis 5 Stunden betragen. Lassen Sie sich dadurch aber nicht verunsichern, denn zum einen können Sie sich in der Einwirkphase entspannen und zum anderen erfordert die Methode eine langsame und damit gewebeschonende Vorgehensweise.
Nach der Operation wird ein Verband angelegt, der vor allem zwei Aufgaben erfüllen muss:
Die durch die Operation nicht entfernte Betäubungsflüssigkeit wird nach der Operation durch die kleinen Wunden abfließen. Diese wird durch den Verband aufgesaugt. Über dem eigentlichen Wundverband werden deshalb beschichtete Zellstoffpolster aufgelegt.
Der Verband muss andererseits der operierten Körperregion auch Halt geben, damit das operierte Gewebe in der gewünschten Form abheilen kann. Je nach Körperteil ist eine Kompressionsbestrumpfung der abgesaugten Region nötig.

Der Tag nach der Operation

In den ersten Stunden nach der Operation tritt rosagefärbte Flüssigkeit aus den kleinen Wunden. Die Saugpolster nehmen diese Flüssigkeit auf und müssen gewechselt werden, wenn sie vollgesogen sind. Am ersten und zweiten Tag kann das häufiger erforderlich sein. Stellen Sie sich dazu am besten in die Dusche oder Badewanne und legen sich die benötigten frischen Saugpolster und das Mieder griffbereit zurecht. Tritt keine Flüssigkeit mehr aus, können die Polster weggelassen werden, in der Regel nach 2-3 Tagen, manchmal auch früher. Was Sie für die Verbandswechsel benötigen und vor der Operation besorgen können, finden Sie in der „Checkliste vor der Liposuktion“

Die Kompressionsbestrumpfung sollte 2-4 Wochen Tag und Nacht und dann noch weitere zwei Wochen für 12 Stunden täglich getragen werden, um den biologischen Umbauvorgängen im Bereich des Wundgebietes unter der Haut Rechnung zu tragen. Erfahrungsgemäß tritt ab dem 2. Tag nach der Operation eine natürliche Schwellungsphase auf, die keinen Grund zur Beunruhigung darstellt. Dies ist harmlos und bildet sich wieder folgenlos zurück.
Verständlicherweise wollen Sie die Verwirklichung Ihrer Wünsche möglichst schnell mit eigenen Augen sehen, aber biologische Abheilungsprozesse brauchen Zeit. Es ist deshalb Geduld von Ihrer Seite erforderlich.
Aus biologischen Gründen ist das Endresultat der Behandlung erst nach etwa 12-18 Monaten zu erwarten.

Nachuntersuchung

Eine Nachuntersuchung ist zu empfehlen 1 – 3 Tage, 3 – 4 Wochen und 6 Monate nach der OP.

Folgendes können Sie nach der Operation tun, um ein gutes Ergebnis zu erreichen

  1. Bettruhe ist nicht erwünscht. Sie sollen sich normal bewegen, aber in den ersten zwei Wochen keinen Sport treiben. Bei Kreislauf-Problemen in den ersten Tagen flach hinlegen und die Beine hochlagern.
  2. Das Schmerzmittel (Benuron® = Paracetamol) am OP-Tag abends einnehmen, am den folgenden Tagen nach Bedarf bis zu 4 Tabletten täglich.
  3. Die Heparin-Spritzen für 10 Tage zur Thrombose-Prophylaxe bitte nach Anweisung unter die Haut spritzen (subkutan). Wenn es sich nicht um eine Kassenleistung handelt, bekommen sie hierfür ein Privatrezept.
  4. Vitamine unterstützen die Wundheilung. Obst und Gemüse sind deshalb für die sinnvolle Ernährung nach der Operation wichtig.
  5. Die Wundheilung kann durch Einnahme folgender Präparate unterstützt werden: Unizink 50 Tbl. (N1=20 Tbl. € 4,94) 1×1 für 3 Wochen, Evina Kps. (N1=20 Kps. € 11,80) 1×1 für 3 Wochen.
  6. Die Kompressionsbestrumpfung soll zunächst durchgehend 2-4 Woche getragen werden. Zum Duschen können Sie diese ab dem 2. Tag ausziehen. Danach tragen Sie sie für 12 Stunden täglich über weitere 2 – 3 Wochen. Es geht nicht um die Einhaltung eines starren Schemas, sondern um biologische Abheilungsprozesse, für deren Dauer es Erfahrungswerte gibt. Wenn Sie sich in den ersten Tagen ohne Kompression normal bewegen oder sogar Sport treiben, wird der Schrumpfungsprozess des Halteapparates der Haut gestört und das kosmetische Endresultat wird nicht optimal sein. Deshalb betreiben Sie in der ersten Woche bitte keinen Sport außer Fußgymnastik. Wenn der ganze Fuß bewegt wird und die Wadenmuskulatur arbeitet , ist das Risiko von Thrombosen minimal.
  7. Nach der Operation ist die manuelle Lymphdrainage zur Unterstützung der Abheilung sehr sinnvoll und hilfreich. Es kann 2-3 Tage nach der OP begonnen werden und es sollten 2–3 Sitzungen pro Woche für 4 Wochen erfolgen, evtl. auch länger.
  8. Sauna , Sonne und Solarium erst 4 Wochen nach dem OP-Termin zur Vermeidung von Hautverfärbungen.
  9. Nachuntersuchungstermine: Wann immer Sie sich Sorgen um den Heilungsverlauf machen, lassen Sie uns das Problem besser sehen oder rufen Sie an. Wir werden mit Ihnen umgehend Termine vereinbaren.
  10. Wenn Sie nach der Operation Probleme haben, können Sie uns auch außerhalb der Dienstzeiten erreichen. Sie erhalten für diesen Zweck die Telefonnummer des diensthabenden Arztes.
  11. Wir empfehlen Ihnen, in den ersten 24 Std nach der Operation weder selbst Auto, noch Motorrad oder Fahrrad zu fahren, nicht an gefährlichen Maschinen zu arbeiten und keine wichtigen Entscheidungen zu treffen.Dies gilt insbesondere, wenn Beruhigungsmittel verabreicht wurden.
  12. Denken Sie auch an die Rückfahrt. Lassen Sie sich abholen, um kein Risiko einzugehen. Am nächsten Tag können Sie bereits wieder selbst fahren.
  13. Aus Sicherheitsgründen bleiben Sie in der Nacht nach der Operation zur Überwachung auf unserer-mit Fachpersonal ausgestatteten-Station.Wir berechnen dafür eine Pauschale von 150,– Euro, inklusive der Verbands- und Saugpolstermaterialien, die Sie in dieser Zeit benötigen. Dieser Betrag ist im Kostenvoranschlag aufgeführt.

Kostenübernahme durch
die Krankenkasse

Bei der Liposuktion beim Lipödem handelt es sich um eine Operation, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen enthalten ist. D.h. eine Kostenübernahme durch die Kasse kann nur nach einer Einzelfall-Prüfung erfolgen. Dazu erhalten Sie ein Attest und einen Kostenvoranschlag, den Sie vorab mit einem Antrag auf Kostenübernahme einreichen können.

Beantragen Sie auf jeden Fall die Kostenübernahme bei der Krankenkasse. Sollte Ihr Antrag abgelehnt werden, widersprechen Sie schriftlich und bestehen auf eine persönliche Begutachtung durch den Arzt des MDK. Lassen Sie sich auch bei Absage der Kostenübernahme dessen Begutachtung zukommen, damit Sie die Diagnose bestätigt haben. Damit können Sie dann unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten der Liposuktion von der Steuer absetzen. Dafür fordern die Finanzämter oft eine amtsärztliche Bestätigung der Diagnose ,um es von den kosmetischen Fettabsaugungen zu unterschreiben. Oft wird das Gutachten des MDK von den Finanzämtern als amtsärztliches Attest anerkannt.

Ansonsten stellen Sie sich beim Amtsarzt vor, der Ihnen auch die Diagnose bestätigen kann.

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