Entzündungen des äußeren Ohres

Das Furunkel (Otitis externa circumscripta) ist eine bakterielle, eitrige Entzündung eines Haarbalgs im Gehörgang. Ein Ohrfurunkel ist sehr schmerzhaft, der Gehörgang ist häufig zu geschwollen und die Lymphknoten vergrößert.

Ebenfalls unangenehm und schmerzhaft ist die Ohrmuschelentzündung (Perichondritis). Hier ist die Knorpelhaut entzündet.

Sehr störend kann das extrem juckende Gehörgangsekzem sein. Hautschädigungen, Allergien, Antibiotikatherapien oder Erkrankungen wie Diabetes begünstigen die Entstehung. Die Haut ist gerötet und das Ekzem kann trocken und schuppig sein oder auch nässen.

Ohr

Mittelohrentzündung (Otitis media)

Entzündungen im Mittelohr können sehr plötzlich auftreten.

Die akute Mittelohrentzündung entsteht meist aufgrund einer Infektion mit Bakterien oder Viren, die durch die Ohrtrompete vom Rachen in das Mittelohr gewandert sind. Typisch sind stechende Schmerzen im Ohr, Schwerhörigkeit, Fieber und Kopfschmerzen. Auch Ohrgeräusche treten auf.

Lassen die Schmerzen plötzlich nach und entleert sich Eiter nach außen, spricht das für eine Trommelfelleröffnung. Gefährlich wird die Erkrankung, wenn Viren (z.B. bei einer Grippe oder bei Masern) die Übeltäter sind. Diese breiten sich nämlich gerne bis ins Innenohr oder sogar ins Gehirn aus und hinterlassen dort
eventuell bleibende Schäden.

Auch aggressive Bakterien oder eine schlechte Immunabwehr können zu Komplikationen führen. Die häufigste ist die so genannte Mastoiditis, also die Ausbreitung der Entzündung in den Warzenfortsatz.

Tritt eine Mittelohrentzündung über einen längeren Zeitraum öfters auf – spricht man von einer chronischen Mittelohrentzündung. Sie beruht auf Belüftungsstörungen der Ohrtrompete, die zu immer wiederkehrenden Entzündungen führen. Das Loch im Trommelfell lässt zwar den Eiter schmerzfrei abfließen, macht es aber den Erregern damit sehr leicht, immer wieder ins Mittelohr zu wandern und dort die Infektion von neuem zu entfachen.

Zudem besteht die Gefahr, dass die ständige Entzündung auch auf den Knochen und die Gehörknöchelchen
übergeht und diese zerstört, was eine bleibende Schwerhörigkeit zur Folge hat.

Innenohrentzündung (Labyrinthitis)

Eine Entzündung im Innenohr ist immer Folge einer Verletzung, Operation oder Erkrankung am Ohr, zum Beispiel eine weitergeleitete Mittelohrentzündung. Da im Innenohr auch das Gleichgewichtsorgan sitzt, kommt es nicht nur zu Schwerhörigkeit und Ohrgeräuschen, sondern auch zu Schwindel, Übelkeit und Erbrechen.

Ohr Diagnose

Diagnose

Zunächst wird sich der Arzt über die Krankengeschichte des Patienten informieren, insbesondere auch darüber, ob es in der Vergangenheit schon ähnliche Probleme gab.

Dann wird er das betroffene Ohr angeschaut und dessen Umgebung, einschließlich der Lymphknoten, abgetastet. Der Arzt wird anschließend eine Ohrenspiegelung machen, bei der er mit mikroskopischer Vergrößerung den Gehörgang und das Trommelfell begutachten kann.

Weitere Funktionsbeeinträchtigungen können mit einem Hörtest bestimmt werden.

Je nach Form und vermuteter Ursache können sich außerdem eine gründliche Untersuchung des gesamten Hals-Nasen-Ohren-Traktes, weitere Hörprüfungen, Röntgenaufnahmen, neurologische Untersuchungen und Ohrabstriche anschließen.

Therapien

Die Behandlung variiert nach Entzündungsart, sowie Ausprägung und Verlauf der Erkrankung. Häufig kommen Antibiotika zum Einsatz, in manchen Fällen muss auch operiert werden. Auslösende Krankheiten wie Allergien oder Diabetes müssen berücksichtigt werden.

Entzündung des äußeren Ohres: Der Arzt wird den Gehörgang sorgfältig reinigen und desinfizieren, häufig werden Gazestreifen eingelegt, die mit Antibiotika und/oder Kortison getränkt sind. Bei Pilzinfektionen werden Pilzmittel als Tropfen oder Salbe lokal aufgebracht. Darüber hinaus werden abschwellende und schmerzlindernde Maßnahmen ergriffen.
Akute Mittelohrentzündung: Alle 3 bis 4 Stunden werden Nasentropfen verabreicht, um die Schleimhaut abzuschwellen und damit die Belüftung zu verbessern. Die Einnahme eines Antibiotikums ist meist nicht zu vermeiden. Bessert sich die Entzündung nicht oder drohen Komplikationen, muss eventuell ein kleiner Trommelfellschnitt gemacht werden, um ein Paukenröhrchen einzubringen, damit die Flüssigkeit besser abfließen kann. Hat sich eine Warzenfortsatzentzündung entwickelt, muss diese eventuell auch operiert werden.
Chronische Mittelohrentzündung: Hier ist das Wichtigste, nach Abklingen der Entzündung, das vorhandene Loch im Trommelfell operativ zu verschließen. Sind die Gehörknöchelchen bereits in Mitleidenschaft gezogen, wird eine operative Wiederherstellung versucht. Eine Knocheneiterung wird während der Operation abgetragen oder ausgeräumt.
Innenohrentzündung: Antibiotika und durchblutungsfördernde Mittel werden verordnet. Ist der ursprüngliche Infektionsherd bekannt, muss dieser beseitigt werden.

Worauf sollte man achten?

Es sind bestimmte Risikofaktoren bekannt, die das Entstehen einer akuten Mittelohrentzündung begünstigen. Dazu gehören Tabakrauch und Luftverschmutzung, bei Kindern das Schlafen mit Schnuller, aber auch Grunderkrankungen (z.B. Gaumenspalte), vergrößerte Rachenmandeln, Funktionsstörungen der Ohrtrompete, ein geschwächtes Immunsystem und Allergien.

Entzündungen des äußeren Ohrs treten gehäuft beim Baden oder Schwimmen auf, wenn länger Wasser im Ohr verbleibt und Chlor die Haut austrocknet. Auch Hauterkrankungen und Allergien stellen häufig Irritationen für den Gehörgang dar und erhöhen das Infektionsrisiko.

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