Erkrankungen der Nase – Geruchs- und Geschmacksstörungen

Stärker noch als die Wahrnehmung des Geschmacks, begleiten den Menschen ein Leben lang die Erinnerungen an verschiedene Gerüche. Gerüche vermitteln nicht nur Informationen, sie beeinflussen auch unsere Gefühle. Angenehme und unangenehme Düfte und Geschmacksrichtungen warnen den Menschen, lösen Wohlbehagen aus oder vermitteln Genuss.

Etwa 50 000 Menschen in Deutschland leiden jährlich an Störungen dieser Sinne. Schon ein einfacher Schnupfen kann das Geruchs- und Geschmacksempfinden erheblich beeinträchtigen.

Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee, von frischem Brot, Brötchen oder von Plätzchen zur Weihnachtszeit weckt in jedem Menschen Gefühle und Erinnerungen und lässt „das Wasser im Mund zusammenlaufen“.

Doch mit der Zunge allein schmecken Speisen und Getränke fade. Der Genuss von einem guten Essen macht keinen Spaß, wenn man es nicht auch riechen kann. Für kulinarische Sinnesfreuden bilden Geschmack und Geruch eine Einheit!

Geruch und Geschmack sind chemische Sinne: Es sind die unsichtbaren Moleküle der Ausgangsstoffe, die über Mund und Nase an die Riechschleimhaut gelangen.

Unsere Zunge erkennt nur vier Geschmacksrichtungen: salzig, süß, sauer und bitter.

Mit Hilfe der Nase hingegen kann man Tausende von Gerüchen unterscheiden. Die Riechzellen werden über Gerüche aktiviert. Diese Nervenzellen befinden sich in einem kleinen Bereich im Dach der Nasenhaupthöhle, im so genannten Riech-Epithel. Dort sitzen Millionen von Riechzellen, die über den Riechnerv die verschiedenen Signale direkt ans Gehirn weiterleiten.

Im Zusammenspiel von Geruch und Geschmack spielt der Trigeminus-Nerv (Fühlnerv) die entscheidende Rolle: dieser – in drei Äste aufgeteilte Nerv – übermittelt die verschiedenen
Empfindungen, wie das Brennen von Chili oder den kühlenden Effekt von Menthol.

Geruchsstörungen

Erkrankungen und Diagnose

„Hyposmie“ nennt man in der Medizin eine Störung des Riechvermögens.

„Anosmie“ ist der Fachbegriff für die vollständige Zerstörung des Geruchssinns.

Häufige Ursache für einen zeitweiligen Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn ist eine Erkältung. Die mit dem Schnupfen einhergehenden Schwellungen der Nasenschleimhaut führen zu einer Beeinträchtigung des Riechvermögens. Auch Grippeviren oder Polypen können das Epithel der Riechschleimhaut zeitweilig stören. Nach Abklingen der Krankheitssymptome kehrt der Geruchssinn aber wieder zurück.

Um die Ursache der Erkrankung herauszufinden, untersucht der Arzt die Nase, die Nasenschleimhäute und den Nasen-Rachen-Raum. Anschließend prüft er getrennt auf beiden Seiten den Geruchssinn und macht dabei auch eine Geschmacksprüfung.

Eine Überprüfung der Durchgängigkeit der Nase und ein Allergietest sind ebenfalls erforderlich, um eine Allergie auszuschließen. Falls nötig werden mit Hilfe von Röntgen oder Computertomographie die Nasennebenhöhlen untersucht.

Riechstörungen bei Alzheimer und Parkinson

Wenn es keine Erkältung ist, muss der der Arzt überprüfen, ob zentrale Riechstörungen im Gehirn vorliegen, wie beispielsweise bei Diabetes, Bluthochdruck, einer Mangel- oder Fehlernährung. Auch Medikamente können Ursache für ein gestörtes Riech- und Geschmacksempfinden sein. So treten auch bei rund 80 % aller Parkinson- und Alzheimer-Patienten bereits im Frühstadium der Erkrankung Riechstörungen auf. Hier liegt die Ursache für die Geruchsstörung direkt im Gehirn.

Ab dem 65. Lebensjahr lässt die Regenerationsfähigkeit der Riechzellen nach. Auch nimmt die Geschmackswahrnehmung mit zunehmendem Alter ab. Aus diesem Grund neigen auch ältere Menschen dazu, ihr Essen sehr stark zu würzen und Süßspeisen zu bevorzugen.

Rund 80 % der Altersgruppe ab 80 Jahren leidet an Geruchs- und Geschmacksstörungen.

Menü