Erkrankungen der Nase – Schnarchen und Schlafapnoe

So manches schöne Eheleben wird jede Nacht einer harten Bewährungsprobe ausgesetzt – da wird getreten, gerüttelt und „ausgezogen“. Der Grund: der Partner schnarcht! Doch Rütteln, Treten und Schubsen sind nur harmlose Begleiterscheinungen – denn bei rund fünf Prozent der Schnarcher ist die Atmung gestört und damit wird die allnächtliche „Sägerei“ zu einer ernsten, manchmal sogar lebensbedrohlichen Erkrankung.

Die Rede ist von der Schlafapnoe, zu deutsch Atemstillstand. Bis auf den gelegentlichen Stress mit dem Partner – Schnarchen ist im Normalfall harmlos! Das mehr oder minder laute Geräusch entsteht, wenn Schlafende durch den geöffneten Mund atmet und das Gaumensegel in Schwingungen gerät.

Ursachen dafür können sein

  • eine vergrößerte Rachen- bzw. Gaumenmandel
  • eine Verkrümmung der Nasenscheidewand
  • ein starker Schnupfen.

Gefährlich wird das Schnarchen erst, wenn dabei die Zunge immer weiter nach hinten rutscht und die erschlafften Weichteile im Rachen die Luftwege komplett blockieren.

Warnzeichen

Das Atemstillstand-Syndrom hat einen Namen: obstruktive Schlafapnoe. Es kommt nicht sehr häufig vor, doch bei verdächtigen Anzeichen für eine derartige Erkrankung sollte man unbedingt einen Facharzt aufsuchen. Hier kann der Partner durch Beobachtung helfen.

Anzeichen für eine Schlafapnoe sind

  • sehr lautes Schnarchen und ständige Abgeschlagenheit am nächsten Tag
  • starkes, unregelmäßiges Schnarchen mit mehr als zehn Atempausen pro Stunde, die länger als zehn Sekunden dauern
  • plötzliche Luftnot begleitet von Schnarchtönen bei Atempausen, die mit einem lauten Schnarchton enden
  • ausgeprägte Tagesmüdigkeit vor allem auch bei eher ruhigen Tätigkeiten, wie beispielsweise Lesen

Schnarchen und Schlafapnoe

Neben der obstruktiven gibt es auch die zentrale Schlafapnoe, bei der die Atemwege geöffnet bleiben. Hier sind die Muskeln im Zwerchfell und in der Brust so stark erschlafft, dass ebenfalls die Sauerstoffversorgung unterbrochen wird. Die Folgen sind identisch. Betroffen von beiden Formen der Schlafapnoe sind meistens Männer mittleren Alters und Übergewichtige. Alkoholgenuss und Schlaftabletten verlangsamen ebenfalls die Kontrollmechanismen des Atemzentrums. Das geschieht auch bei „gesunden“ Schnarchern.

Diagnose und Behandlung

Für eine erste Diagnose kann der Arzt dem Patienten ein Messgerät mit nach Hause geben, das u.a. die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung im Blut aufzeichnet. Eine Nasenmaske misst die Atemfrequenz, Fingersensoren und Elektroden registrieren andere wichtige Daten. Im Verdachtsfall wird ein Besuch in einem Schlaflabor verordnet. Dort wird der Schlaf genau beobachtet: Elektroden messen die Gehirn- und Herzströme; ein Mikrophon zeichnet die Geräusche des Schlafenden auf, eine Videokamera hält sämtliche Körperbewegungen fest.

Bei Feststellung, dass nur die Nasenatmung behindert ist, wird gegebenenfalls die Nasenscheidewand begradigt, Nasenmuscheln verkleinert oder Polypen operativ entfernt.

Oft hilft auch schon eine Änderung der Schlafposition. Seitliches Liegen ist grundsätzlich besser. Dabei kann ein ganz einfacher Trick helfen, den Patienten in eine seitliche Schlafposition zu „zwingen“. Man näht auf die Rückseite des Schlafanzugs eine Tasche, in die vor dem Einschlafen ein Ball (Golf-, Tennis- oder Gummiball) gesteckt wird. Durch den unangenehmen Druck des Balles in Rückenlage, legt sich der Schlafende meist ganz schnell wieder auf die Seite.

In schweren Fällen, bei sehr häufigem Atemstillstand, hilft eine „kontinuierliche positive Überdruckbeatmung“ (CPAP, engl. „continuous positive airway pressure“) über eine Nasenmaske. Dabei setzt sich der Patient eine Kunststoffmaske auf, mit der Frischluft zugeführt wird. Ein Ventilator erzeugt dabei einen Überdruck, der die oberen Atemwege offen hält. Schlaf und Atmung normalisieren sich. Eine Therapie, die in den meisten Fällen nach etwa sechs Wochen Erfolg zeigt.

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