Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck für Ohrgeräusche oder Ohrensausen. Jeder Vierte von uns hat dieses Phänomen schon mal wahrgenommen. Glücklicherweise meistens nur vorübergehend. Oft wird es als Pfeifen, Rauschen, Zischen oder Summen erlebt. Eines ist diesen Geräuschen im Kopf oder in den Ohren jedoch gemein: meistens hört sie nur der Betroffene selbst.

Tinnitus ist keine Krankheit!

Tinnitus ist ein Symptom, vergleichbar dem Schmerz. Er ist immer auch ein Warnsignal, dass wir uns übernommen haben – entweder körperlich oder seelisch. Deshalb muss nicht nur das Symptom Tinnitus vordringlich behandelt werden, sondern dessen Ursache!

Ursachen und Behandlung:

Als Ursachen kommen Hörbeeinträchtigungen, Lärmschäden, Morbus Menière (Drehschwindel) und andere organische Erkrankungen in Betracht. Auch der Hörsturz wird oft von einem Tinnitus begleitet. Probleme mit der Halswirbelsäule oder im Zahn-Kiefer-Bereich können ebenfalls auslösende oder verstärkende Faktoren sein.

Neben medizinischen Ursachen, vermuten die Hälfte aller Betroffenen Stress als Auslöser. Oft lassen sich die Ursachen beheben oder gut behandeln. Häufiger jedoch werden gar keine organischen Ursachen gefunden. Ob nun Stress oder medizinische Ursache, das Ohrgeräusch kann wieder völlig abklingen. Es kann aber auch bleiben!

Tinnitus

Akuter Tinnitus:

Beim akuten Tinnitus gilt: sofort zum Arzt!

In den ersten drei Monaten ist die Chance auf Heilung besonders groß. Der Arzt wird mit Ihnen – wenn keine organischen Ursachen vorliegen – ein individuelles Behandlungskonzept erstellen.

Chronischer Tinnitus:

Wenn die Geräusche im Ohr jedoch mehr als 12 Monate andauern, ist es eher unwahrscheinlich, dass sie sich wieder verlieren. Diesen Zustand bezeichnet man als chronischen Tinnitus.

Trotzdem ist dies kein Grund zur Verzweiflung! Der Begriff „chronischer Tinnitus“ besagt lediglich, dass andauernde Ohrgeräusche vorhanden sind. Er besagt nicht, dass der Betroffene deswegen leiden muss oder krank ist. Gleichwohl kann Tinnitus den Charakter einer Krankheit annehmen, wenn er zu einer schweren
Belastung im täglichen Leben wird und wenn daraus weitere Krankheiten resultieren.

Folgeerscheinungen können sein: Konzentrationsstörungen, Einschlafstörungen, Überempfindlichkeit bei lauten Geräuschen, depressive Phasen, Einschränkung der sozialen Kontakte und Verlust des Selbstvertrauens. Tinnitus wird dann zum Lärm der Seele!

Mit Tinnitus leben:

Selbst wenn der Tinnitus bleibt, lässt sich einiges unternehmen. Tinnitus ist ein Phänomen, das durch falsche Information, Resignation und Angst genährt wird.

Sprechen Sie mit Ihrem HNO-Arzt, es gibt heute technische Hilfsmittel, um den Tinnitus zu überdecken. Zudem kann man durch Aufklärung, therapeutische Begleitung, Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen lernen, den Tinnitus zu akzeptieren. Und trotz Ohrengeräuschen die Aufmerksamkeit wieder anderen wichtigen Geräuschen und Dingen im Leben zuzuwenden.

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